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Die URL-Klasse hat zusätzliche Konstruktoren; diese sind nützlich, wenn Komponenten der Adresse, also Zugriffsart (beispielsweise das HTTP), Host-Name und Dateireferenz, getrennt gegeben sind. Eine Alternative zur oben genannten Form ist URL jtUrl = new URL( "http", "java-tutor.com", "index.html" ); Das zweite Argument in diesem Konstruktor ist die Basisadresse der URL und das dritte Argument der Name der Ressource relativ zur Basisadresse. Ist diese Basisadresse null, was möglich ist, dann ist die zweite Angabe absolut zu nehmen. Und ist das zweite Argument in absoluter Notation formuliert, wird alles im ersten String ignoriert. Da eine URL auch einen entfernten Rechner an einem anderen Port ansprechen kann, existiert dafür ebenfalls ein Konstruktor: URL url = new URL( "http", "java-tutor.com", 80, "index.html" ); Die URL des Objekts wurde durch eine absolute Adresse erzeugt. Diese enthält dann alle Informationen, die für den Aufbau zum Host nötig sind. Es können jedoch auch URL-Objekte erzeugt werden, wo nur eine relative Angabe bekannt ist. Relative Angaben werden häufig bei HTML-Seiten verwendet, da die Seite so besser vor Verschiebungen geschützt ist. Damit die Erzeugung eines URL-Objekts mit relativer Adressierung gelingt, muss eine Basisadresse bekannt sein. Ein Konstruktor für relative Adressen erwartet diese Basisadresse als Argument.
Diese Art und Weise der URL-Objekt-Erzeugung ist besonders praktisch für Referenzen innerhalb von Web-Seiten (Named Anchors).
Ausnahmen bei der URL-ErzeugungJeder der Konstruktoren wirft eine MalformedURLException, wenn das Argument im Konstruktor entweder null ist oder er ein unbekanntes Protokoll (wie in telepatic:\\ulli\brain\java) beschreibt. Somit ist der Code in der Regel von einem Block der folgenden Art umgeben: try { URL myURL = new URL( ... ) } catch ( MalformedURLException e ) { // Fehlerbehandlung } Es ist wichtig zu erkennen, dass die Ausnahme nicht erzeugt wird, weil der angesprochene Rechner nicht erreicht werden kann. Nur die Schreibweise der URL ist für die Ausnahme ausschlaggebend. Internet-Verbindungen bauen die Konstruktoren nicht auf.
16.2.3 Informationen über eine URL
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final class java.net. URL implements Serializable |
| String getProtocol() Liefert das Protokoll der URL. |
| String getHost() Liefert den Host-Namen der URL, sofern dies möglich ist. Für das Protokoll »file« ist dies ein leerer String. Im Falle einer IP-Adresse ist die Angabe in [ eckigen Klammern ]. |
| int getPort() Liefert die Port-Nummer. Ist sie nicht gesetzt, liefert getPort() eine –1. |
| String getRef() Gibt den Anker – alles hinter dem # – zurück. Bei »vorne#anker« liefert getRef() den String »anker«. |
| String getPath() Gibt nur den Pfad der URL ohne Anker zurück. |
| String getFile() Gibt den Dateinamen der URL zusammen mit dem Anker zurück. |
| String getQuery() Liefert den Anfragestring, also das, was hinter dem Fragezeichen steht. |
Das kleine nachfolgende Programm erzeugt ein URL-Objekt für http://java-tutor.com:80/faq.html#lang?key=val und gibt die ermittelbaren Attribute aus.
Listing 16.1 com/javatutor/insel/net/ParseURL.java
package com.javatutor.insel.net; import java.net.MalformedURLException; import java.net.URL; class ParseURL { public static void main( String[] args ) { try { URL url = new URL( "http://java-tutor.de:80/java/faq/index.html?key=val#Lang" ); System.out.println( url.getProtocol() ); // http System.out.println( url.getHost() ); // java-tutor.com System.out.println( url.getPort() ); // 80 System.out.println( url.getFile() ); // /java/faq/index.html?key=val System.out.println( url.getPath() ); // /java/faq/index.html System.out.println( url.getQuery() ); // key=val System.out.println( url.getRef() ); // Lang } catch ( MalformedURLException e ) { e.printStackTrace(); } } }
Die URL-Klasse untersucht mit equals(), ob alle Komponenten der einen URL mit der anderen URL übereinstimmen. Zunächt teset die Methode, ob es sich bei dem zu vergleichenden Objekt um ein Exemplar von URL handelt. Wenn ja untersucht equals() über sameFile() Protokoll, Host, Port, Datei und dann auch noch, ob ob die Komponenten Referenzen (Anker) besitzen oder nicht. Wie schon im 6. Kapitel beschreiben, macht equals() eine Namensauflösung wenn nötig.
final class java.net. URL implements Serializable |
| boolean sameFile( URL other) Vergleicht zwei URL-Objekte. Die Methode liefert true, wenn beide Objekte auf die gleiche Ressource zeigen. Der Anker der HTML-Dateien ist unwichtig. |
| boolean equals( Object o ) Auch equals() verleicht intern mit sameFile(), doch zusätzlich auch, ob die beiden Anker gleich sind. |
Um auf die auf dem Web-Server gespeicherten Daten zuzugreifen, gibt es drei Möglichkeiten. Zwei davon nutzen Streams, und zwar einmal über die Klasse URL und einmal über eine URLConnection. Bei der dritten Möglichkeit ist Handarbeit angesagt, weshalb wir sie im Kapitel über Sockets beschreiben.
Jedes URL-Objekt besitzt die Methode openStream(), die einen InputStream zum Weiterverarbeiten liefert, so dass wir dort die Daten auslesen können:
InputStream in = myUrl.openStream();
final class java.net. URL implements Serializable |
| final InputStream openStream() throws IOException Öffnet eine Verbindung zum Server und liefert einen InputStream zurück. Diese Methode ist eine Abkürzung für openConnection().getInputStream(). |
| URLConnection openConnection() throws IOException Liefert ein URLConnection-Objekt, welches die Verbindung zum entfernten Objekt vertritt. openConnection() wird vom Protokoll-Handler immer dann aufgerufen, wenn eine neue Verbindung geöffnet wird. |
Verweist die URL auf eine Textdatei, dann erweitern wir oft den InputStream zu einem BufferedReader, da dieser eine readLine()-Methode besitzt. Die Scanner-Klasse lässt sich ebenfalls optimal einsetzen, da sie zum einen Zeile für Zeile und zum anderen mit dem passenden Delimiter auch die ganze Eingabe lesen kann. Insofern unterscheidet sich das Lesen einer Datei nicht vom Lesen eines entfernten URL-Objekts.
Listing 16.2 com/javatutor/insel/net/ReadAllFromUrl.java
package com.javatutor.insel.net; import java.io.IOException; import java.io.InputStream; import java.net.URL; import java.util.Scanner; class ReadAllFromUrl { public static void main( String[] args ) { InputStream is = null; try { URL url = new URL( "http://java-tutor.com/aufgaben/bond.txt" ); is = url.openStream(); System.out.println( new Scanner( is ).useDelimiter( "\\Z" ).next() ); } catch ( Exception e ) { e.printStackTrace(); } finally { if ( is != null ) try { is.close(); } catch ( IOException e ) { e.printStackTrace(); } } } }
Wir erzeugen ein URL-Objekt und rufen darauf die openStream()-Methode auf. Diese liefert einen InputStream auf den Dateiinhalt.
In der API-Beschreibung wird erwähnt, dass diese Funktion eigentlich nur eine Abkürzung für openConnection().getInputStream() ist. openConnection() erzeugt ein URLConnection-Objekt, auf dem getInputStream() den Eingabestrom liefert. Sind die Daten gelesen, schließt close() den Datenstrom; close() bezieht sich allerdings nicht auf das URL-Objekt, sondern auf den Datenstrom.
Im nächsten Abschnitt wollen wir uns mit dem URLConnection-Objekt beschäftigen, das die Verbindung über das Netzwerk zum Inhalt aufbaut. Die URL-Klasse verfügt über die Abkürzung openStream(), weil zum einen nicht jeder wissen muss, dass URLConnection dahinter steckt, und zum anderen, weil es Tipperei erspart.
Das Beispiel zeigt auch, dass bei openConnection() ein try/catch-Block notwendig ist. Denn geht etwas daneben, zum Beispiel, wenn der Dienst nicht verfügbar ist, wird eine IOException ausgelöst:
try { URL ohoUrl = new URL( "http://www.oho.com/" ); ohoUrl.openConnection(); } catch ( MalformedURLException e ) { // new URL() ging daneben ... } catch ( IOException e ) { // openConnection() schlug fehl ... }
In vielen größeren Unternehmen bekommt ein einzelner Client keinen direkten Zugriff auf das Internet. Vielmehr laufen die Verbindungen über eine Zwischenstelle, die Proxy genannt wird. Dieser cacht zum Beispiel Webseiten und erhöht damit die Performanz. Gleichzeitig ist ein Proxy Teil einer wichtigen unternehmensweiten Sicherheitsstrategie. Seiten können geloggt und ausgefiltert werden – welcher Chef möchte schon, dass seine Mitarbeiter laufend Firmenkugelschreiber auf Ebay verticken?
Java nutzt zur Festlegung der Proxy-Eigenschaften zwei beziehungsweise drei System-Properties, die unter http://java.sun.com/j2se/1.5/docs/guide/net/properties.html beschrieben sind:
| http.proxyHost. Adresse des Rechners, der als Proxy dient |
| http.proxyPort. Port des Proxy-Rechners |
Um nun in Applikationen einen Proxy einzusetzen, sind die Eigenschaften zu setzen; eine Möglichkeit besteht über die Kommandozeile mit –D, eine andere über System. setProperty().
System.setProperty( "proxySet", "true" ); System.setProperty( "proxyHost", "myProxyHost" ); System.setProperty( "proxyPort", "myProxyPort" );
Für Applets sind diese Eigenschaften automatisch über die Browser-Einstellungen gesetzt.
Wenn der Proxy eine Autorisierung erfordert – häufig angezeigt, wenn der Client einen Fehler mit 407 (authentication required) bekommt –, muss ihm ein Benutzername und Passwort übermittelt werden. Hier gibt es bedauerlicherweise eine ganze Reihe unterschiedlicher Lösungen, abhängig von den Java-Versionen. Funktionieren sollte im Allgemeinen:
System.setProperty( "http.proxyUser", "myProxyUser" ); System.setProperty( "http.proxyPassword", "myProxyPasswort" );
Soll ein sicherer Webserver über eine Proxy-Verbindung kontaktiert werden, lässt sich mit installierter Java Secure Socket Extension (JSSE) https.ProxyHost und https.ProxyPort passend setzen.
Im Fall von SOCKS1 sind die Eigenschaften socksProxyHost für den Server und socksProxyPort für den Port zu setzen. Letzterer steht standardmäßig auf 1080.
1 Mit SOCKS lässt sich eine Proxy-Firewall einrichten, die bei vertrauten SOCKS-Servern eine anonyme Bewegung im Internet erlauben. SOCKS-Dienste erfordern Einstellungen an der Software.
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